Habt doch Vertrauen zu mir    

Ein Heftchen für Eltern und die, die es werden wollen. In diesem Heft erzählt ein Kind wie es seine Geburt und sein weiters Leben bis zur Pubertät, erlebt.

  

Die imaginären Freunde, es gibt sie wirklich, sprechen Sie diese ihren Kindern bitte nicht ab.
Mir ist aufgefallen, dass es immerwieder Verständigungsschwierigkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen gibt.
Meine langjährige Erfahrung mit Kindern hat mir gezeigt, dass die  Signale gleich sind. Sicher gibt es auch Ausnahmen, diese sind aber eher selten. Gerade Säuglinge und Kleinkinder können sich schwer mitteilen, eigentlich stimmt es so ja nicht, wir Erwachsene verstehen sie nicht.

Schreikinder gibt es genug, Theorien ebenso.
Energie ist hier ein möglicher Faktor, den man mit einbeziehen sollte. Also schützen Sie ihr Baby vor vielen unterschiedlichen Energien, wenn es sehr viel schreit. Tragen Sie es lieber am Körper, als im unpersönlichem Kinderwagen.
Wenn Kinder älter werden, dann werden sie auch „schwieriger“, weil sie ihren eigenen Willen deutlich zeigen und auch umsetzen.
Ich habe in meiner Mutterzeit festgestellt, dass die Pubertät leichter ausfällt, wenn das Kind im Kleinkindalter sehr „schwierig“ war. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Ich konnte das auch im Bekanntenkreis beobachten.
Aber lesen Sie selbst, wie und was das Kind alles erlebt und fühlt.

Viel Spaß

1. Kapitel              Die Geburt

Hallo, ich bin eine kleine Seele die bald geboren wird. Ich habe noch etwas Zeit. Meine Eltern, die ich mir ausgesucht habe, haben zu wenig Zeit für sich. Und um meinen Körper zu zeugen, dafür braucht man Zeit, dass weiß ich. Sie kommen einfach nicht dazu mich zu zeugen. Ich habe hier viel Zeit, spiele mit meinen Freunden und mache Pläne für mein neues Leben. Manchmal bin ich bei meinen Eltern und meiner zukünftigen Schwester, um sie mir genauer anzusehen Wir kennen uns alle von früher, auch wenn meine Eltern sich nicht mehr an mich erinnern können, ich kann es sehr wohl. Wir haben hier lange Zeit miteinander verbracht. Dann haben wir uns entschlossen, wiedergeboren zu werden. Ich habe mich entschieden, das zweite Kind zu werden. So, und nun muss ich warten. Wenn ich lange Weile habe, besuche ich meine zukünftige Schwester, die kann mich sehen. Meine Eltern leider nicht mehr, was ich überhaupt nicht verstehe. Ich kann alles hören was sie sagen, aber sie hören mich nicht. Schade, sonst hätte ich denen mal erklärt, dass es langsam Zeit wird, dass ich einen Körper bekomme. Luise, so heißt meine Schwester, hat ja schon einmal Mama und Papa gesagt, dass sie mit mir spielt, aber sie haben ihr nicht geglaubt, weil sie mich nicht sehen. So ein Mist.

Ich bin ganz aufgeregt, heute ist es soweit. Heute wird mein Körper gezeugt. Ich bin schon neugierig, aber ich lasse sie lieber alleine.
Hurra, sie haben es geschafft. Mein Körper ist gezeugt. Nun kann ich, wenn ich will dort einziehen. Erst wenn ich geboren werde muss ich hinein gehen. Aber vielleicht überlege ich es mir ja noch, doch ich will in diesem Leben viel lernen, also wäre es besser, dass ich bleibe. Ich schaue mir mal meinen Körper an.
Oh ist der klein, ich bin noch so winzig, das dauert wohl noch eine Weile. Meine Mama muss sich immer übergeben. Irgendwie tut sie mir leid, alles wegen mir.

Nun bin ich immer öfter in meinem Körper, schließlich muss ich mich daran gewöhnen. Es ist hier schön warm, so richtig gemütlich. Ich habe viel Platz, manchmal ist es dunkel und ich höre ein Rauschen, das mich an Meeresrauschen erinnert. Im letzten Leben habe ich am Meer gewohnt, da war das schön.
Huch, was war dass denn für ein Lärm. Meine Mama schaukelt mich hin und her. Ich höre lachen und laute Musik. Jetzt kann ich mich schon bewegen und mich bemerkbar machen. Meine Hände und Füße kann ich auch schon fühlen. Nun wird schon etwas enger in meiner Wohnung. Ich nuckel gerne an meinen Fingern, das beruhigt mich.
Nanu, nun ist wieder Ruhe. Hey, weiter schaukeln, war so schön.
Meine Bewegungsfreiheit wird immer kleiner. Irgendwie schrumpft meine Wohnung. Mama singt ein Lied, schön hört es sich an. Meine Schwester sehe ich jetzt nicht mehr, war lange nicht bei ihr, kann nun meinen Körper nicht mehr verlassen.
Musik ist etwas schönes, höre sie zu gerne. Ich fühle mich sehr wohl, so kann es immer sein. Warm, geborgen, Musik hören und geschaukelt zu werden. Irgendwie ist es sehr eng geworden, ich kann mich nicht mehr frei bewegen.
Was ist denn jetzt los, aua, die Wände drücken mich. Hilfe, ich verliere meine Wohnung. Ruhe. Na ein Glück, das war ein Schreck. Oh nein, es geht schon wieder los. Ein starker Druck ist auf meinen Körper. Ich höre Stimmengemurmel, meine Mama schreit fast so wie damals, als ich einen Körper bekommen habe. Nur noch lauter. Die Wände drücken mich und ich rutsche irgendwo hin, kann mich nicht festhalten. Doch, da ist ein Seil. Aber ich habe keine Kraft. Hilfe, ich will nicht raus aus meiner Wohnung. Was geschieht hier?
Ich werde am Kopf gezogen, hallo, geht es noch? Los lassen. Aua. Wo ist mein Halt. Plötzlich ist alles so weit. Ich greife ins Leere, ich habe schreckliche Angst. Oh ist das grell. Meine Augen tun weh. Mir ist so kalt. Ich will wieder in meine Wohnung. Ob es hilft wenn ich schreie? Irgendwas wird in meine Nase gesteckt und in meine Augen geträufelt. Jetzt reicht es aber. Nun schreie ich los. Ich protestiere heftig, so kann man mit mir nicht umgehen.
Endlich, etwas Warmes hüllt mich ein. Nun fühle ich mich wieder sicherer. Ein bisschen vorsichtig schauen, das traue ich mich nun doch. Es ist nun nicht mehr so hell. Ich schaue in ein liebes Gesicht. Das kenne ich doch. Mama. Oh ich glaube ich bin geboren, sie sieht mich plötzlich. Und da ist Papa, auch er kann mich sehen. Die Geburt ist ja schrecklich, na nun ist es geschafft. Jetzt bin ich hier.
Wir schauen uns alle an. Ach wie lieb ich sie hab. Ich habe einen riesen Hunger. Meine Mama nimmt mich ganz vorsichtig an sich heran, erkennen kann ich nichts, nur fühlen. Endlich habe ich etwas im Mund. Es ist nicht mein Finger, nein es ist viel schöner. Da kommt etwas heraus. Hm, das schmeckt. Ich bin unendlich müde. Die Geburt war sehr anstrengend.
Jetzt nehmen sie mich von meiner Mama weg. Es geht alles so schnell. Ich bekomme etwas angezogen, nein, ich will nicht, hört ihr denn nicht. Ich weine los, was für eine schreckliche Welt. Keiner hört auf mich.
Ich habe schon wieder Hunger. Hallo hört mich jemand? Ich habe Hunger. Ich glaube ich muss lauter werden, also schreie ich nun mal los. Es hat geklappt. Meine Mama kommt und drückt mich wieder an sich. Hm, jetzt bin ich gleich nicht mehr hungrig, sondern ganz müde.
„Bastian, Süßer, nicht einschlafen. Komm die andere Brust muss auch geleert werden.“ Sanfte Worte meiner Mama, wecken mich wieder auf. Ich blinzele sie an, nuckele noch ein bisschen und schlafe wieder ein. Sobald ich von der warmen Brust weg bin, werde ich wach. Halt, Mama ich habe noch Hunger. Sie nimmt mir ein warmes Paket vom Popo. Stimmt ja, ich habe nun Windeln um. Mein Popo wird kalt. Schnell bekomme ich eine neue. Das tut gut, ich schlafe wieder ein und besuche meine Freunde, erzähle ihnen von meiner Geburt.
Ein komisches Körpergefühl überkommt mich. Ich bin wieder bei Mama, glaube ich. Im Bauch der Mama war alles so schön eng. Wo ist meine Wand? Ich brauche die Enge die ich vor der Geburt hatte. Wo ist sie? Ich weine, alles ist so fremd. Keiner kommt zu mir. Bin ich nun ganz alleine? Ich bekomme Angst und weine ganz doll. Endlich nimmt sie mich wieder auf den Arm. Ach ist das schön. Ich glaube wir müssen uns besser verständigen. Aber wie? Sie versteht mich nicht, ich verstehe alles was sie sagt. Das ist ja fast wie vor der Geburt, nur dass sie mich nicht gesehen hat. Etwas habe ich verstanden. Wenn ich weine, dann kommt Mama. Leider hilft mein Weinen nicht immer. Erinnerungen von früher kommen hoch, ich konnte laufen und sprechen, jetzt bin ich so hilflos.
Wir sind zu Hause. Ich habe natürlich wieder viel zu lange geschlafen. Seit wann bin ich hier in der Wohnung. Luise streichelt mich. Ich freue mich riesig, sie zu sehen. Meine Arme und Beine sind völlig unkoordiniert. Sie gehorchen mir nicht. Was ist das für ein Zustand. Ich kann weder sprechen, noch laufen, noch meine Arme und Beine so bewegen wie ich das will. Man, wie lange muss ich das aushalten. Selbst Luise versteht mich nicht mehr. Es ist alles wieder so komisch, wo ist meine Wand, ich brauche sie, um sicher zu fühlen. Ich weine erst einmal los, um meinen Frust loszulassen.

Eine liebe Frau kommt. Hebamme heißt sie. Sie hat mir die Wand wieder gebracht. Ein Kopfkissen zum Schiffchen verwandelt. Da drin liege ich nun, jetzt fühle ich mich besser.Lauter fremde Leute kommen und schauen mich an. Manche brabbeln irgendetwas. Ich verstehe sie nicht.
„Eiti deiti, welch hübsches Bübchen, bist du. Ach so allerliebst.“ Hilfe, sie nimmt mich hoch und küsst mich ab.
Mama! Ich schreie, nimm sie weg. Mit aller Kraft die ich habe brülle ich noch lauter los. Mir tut alles weh. Diese Frau soll mich loslassen. Ein Glück. Papa kommt und beruhigt mich. Er schaukelt mich. Nein, zu dieser Frau will ich nicht mehr.
„Warum schreit er denn so?“ fragt sie meinen Papa. Er zuckt die Schultern. Mama kommt und erklärt, dass sie noch fremd für mich ist. Und wie fremd sie mir ist. Ja, ganz doll fremd!
Die anderen dürfen mich nicht mehr auf den Arm nehmen. Mama hat nein gesagt. Ich liebe meine Mama.
Leider kommen immer wieder Leute zu uns. Mir tut mein Bauch weh. Mama streichelt meinen Bauch, das tut mir gut. Es drückt alles ganz doll, so als ob man einen Ball in mich hinein drückt. Nur wenn ich bei meinen Eltern bin, dann geht es mir gut. Ich bekomme wieder die Brust, aber es kommt nicht viel heraus. Nun schiebt mir Mama so etwas Komisches in den Mund. Bäh, das will ich nicht, ich will die Brust. Aber Mama ist hartnäckig. Sie schiebt mir immer wieder dieses Ding in den Mund.
„Warum bekommt Basti die Flasche?“ Luise schaut mich an und lächelt. Ach meine Schwester. Ich habe sie lieb. Flasche heißt das Ding. Ah, da kommt auch etwas heraus. Ich verschlucke mich, weil da sehr viel heraus kommt. Mama hilft mir gleich.
Langsam habe ich mich an die Flasche gewöhnt. Mir schmerzt auch mein Bauch nicht mehr, wenn Besuch kommt. Die Schwester meiner Mama, die kenne ich. Wir waren früher zusammen Schwestern. Ob sie mich erkannt hat? Nein, wahrscheinlich nicht, aber sie erzählt Mama von Energien, wenn fremde Leute kommen, die ich nicht vertrage. Wir alle haben ein Energiefeld und manche Energien passen nicht zusammen. Daher auch meine Blähungen. Was sind Blähungen? Das bekomme ich auch noch heraus. Meine Aura, so heißt das Energiefeld, ist noch ganz rein. Weil ich noch so klein bin und keine schlechte Gedanken habe. So ganz habe ich das nicht verstanden, was sie Mama erzählt, aber ich sehe um Mama und Papa, Moment mal, um alle herum, sehe ich Farben, verschiedene Farben. Ich kann mich noch gut an sie erinnern. Einige Farben schmerzen, andere nicht. Das habe ich schon festgestellt. Mama, Luise und Papa haben die gleichen Farben und die Tante Lea, die Schwester von Mama. Die Frau, die mich auf den Arm hielt, hatte andere Farben. Aha. Was kann ich dagegen machen, wenn mich Menschen auf den Arm nehmen, die andere Farben um sich herum haben? Ich weiß doch nicht, wie sie aussehen. Vielleicht merke ich es wieder an den Schmerzen. Mama streichelt immer noch meinen Bauch und der Schmerz lässt nach.
„Siehst du, er pupst, dass ist ein gutes Zeichen, dass die Blähungen verschwinden. Er transformiert so die unterschiedlichen Energien.“ Tante Lea freut sich richtig. Immer neue Wörter kommen hinzu. Was heißt transformieren. Als ob sie meine Gedanken gelesen hätte, erklärt sie Luise, was das heißt.
„Die Schmerzen im Bauch, haben etwas mit der Energie zu tun, die dein Bruder von anderen aufnimmt. Er wandelt sie in angenehme Energien um, die ihm nicht wehtun, dass nennt man Transformieren.“
„Dann muss er pupsen und wird so die Blänen los?“
„Du meinst Blähungen, ja genau.“
Ich habe sehr aufmerksam hingehört, aber nun bin ich müde.

Wenn ich mit Mama spreche, versteht sie mich immer. Sie antwortet mir. Mein Papa sagt nicht viel zu mir. Neulich haben sie sich gestritten, weil Mama mit mir spricht. Papa hat gesagt, dass ich es sowieso nicht verstehe, also könnte sie mit diesem Geplapper auf hören. Wie meinte er es? Was heißt Geplapper? Ich werde müde und will nur noch schlafen, aber ich kann einfach nicht aufhören zu denken, dabei will ich nur schlafen. Ich fange wieder an zu weinen, bestimmt kommt Mama oder Papa zu mir.
Diesmal kommt niemand, ich höre nur, wie sich Mama mit Luise unterhält
Ich besuche die anderen Kinder von früher und erzähle ihnen wieder von der Geburt. Ein Mädchen wird auch demnächst geboren, sie hört aufmerksam zu. Wir werden uns später treffen. Das haben wir beschlossen. Aber sie hat noch etwas Zeit.
„Oh nein, ich glaube ich bleibe lieber hier.“ Jammert sie. Da habe ich wohl zuviel erzählt.
Manchmal besuchen sie mich auch, ich freue mich riesig sie zu sehen. Mama ist immer ganz begeistert, wenn ich in eine Ecke schaue und lache, sie sieht meine Freunde nicht. Aber ich sehe sie. Ich glaube, dass auch Luise sie sieht. Aber sie sagt nichts.

2. Kapitel Sechs Monate später


ist bei dem Verlag Epubli oder bei Amazon zu erwerben 

Sie können die Bücher auch bei mir bestellen